Interventionelle Radiologie · Karlsruhe
Leber & Galle
Bei Tumoren der Leber können bildgesteuerte Verfahren eine Operation oder medikamentöse Behandlung ergänzen. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt unter anderem von Art, Größe und Lage der Veränderungen sowie der Leberfunktion ab.
Mögliche Verfahren nach individueller Indikationsstellung.
Verfahrensübersicht
- Mikrowellen-, Radiofrequenz- und Kryoablation
- TACE / TAE
- SIRT / Radioembolisation
- Perkutane Leberbiopsie
- Transjuguläre Leberbiopsie
- Pfortaderembolisation zur Operationsvorbereitung
- Kombinierte Pfortader-/Lebervenenembolisation (LVD)
- PTCD / PTBD und Gallenwegsstents
- Ballondilatation von Gallenwegsstenosen
- Perkutane Gallenblasenentlastung
- Drainage von Leberabszessen
- Ausgewählte Gallengangsstein-Interventionen
- CT-Brachytherapie: spezielle onkologische Indikationen
Transjuguläre Leberbiopsie
Bei geeigneter Indikation kann eine Gewebeprobe über eine Lebervene gewonnen werden. Dieser Zugang kommt insbesondere infrage, wenn eine perkutane Biopsie ungünstig ist. Eine Druckmessung im Lebervenensystem kann je nach Fragestellung ergänzt werden. Der Zugang und seine Risiken werden individuell besprochen.
Tumoren gezielt behandeln
Bei der Ablation wird eine Sonde durch die Haut an den Tumor geführt. Wärme oder Kälte können das Zielgewebe zerstören. Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) kombiniert eine lokale Medikamentengabe mit einem Gefäßverschluss. Bei der SIRT werden radioaktive Mikropartikel über die Leberarterie eingebracht.
Diagnostik und Gallenwege
Bildgesteuerte Gewebeproben können zur Klärung eines Befundes beitragen. Bei gestörtem Galleabfluss kommen je nach Ursache Drainagen oder Stents infrage.
Gemeinsam entscheiden
Die Auswahl erfolgt in Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachdisziplinen, bei Tumorerkrankungen in der Regel im Tumorboard. Blutungen, Infektionen und Schädigungen benachbarter Strukturen gehören zu den möglichen Risiken.
Beratung und Vorbereitung
Bringen Sie vorhandene Arztbriefe, Bilddaten und einen aktuellen Medikamentenplan mit. Medikamente bitte nur nach ärztlicher Rücksprache verändern. Wir besprechen mit Ihnen Nutzen, Risiken und Alternativen.
Weiterführend: Fachinformation zum Themengebiet ↗
Redaktioneller Stand: September 2026 · Quellen und Bildnachweise